GELENKERKRANKUNG

Gelenkerkrankung

Chronisch, degenerative Erkrankungen - Arthrosen

Sie entstehen meist mit zunehmendem Alter oder bei übermäßiger Belastung von Gelenken. Im Laufe der Jahre nimmt die Elastizität der Knorpelschutzschicht an den Gelenkflächen ab, auch die Gelenkschmiere (die für eine gute Gleitfähigkeit sorgt) verliert an Elastizität. Dadurch kommt bei Bewegung, vor allem unter dem Druck des Körpergewichtes, ein großer Reibeeffekt auf die schützende Knorpelschicht im Gelenk - Knorpelteilchen werden abgerieben und die glatte Gleitschicht bekommt immer mehr Furchen. Das Knie hat als Zusatzpuffer an der Außen- und Innenseite noch einen Meniskus (ähnlich einer Orangenscheibe), der durch nicht gleichmäßigen Gleitvorgang des Gelenkes mehr Druckbelastung ausgesetzt wird und schneller verschleißt. Es können dadurch Einrisse entstehen somit ist beim Knie dann ein weiterer Puffer verschlissen. Dies führt mit der Zeit zu immer mehr Abrieb des Knorpels bis hin zu stellenweise völligem Abbau des Knorpels - der Knochen liegt dann ungeschützt blank. Die Knorpelschicht enthält keine Nervenzellen - der Knochen jedoch schon, d. h. kommt Druck (z. B. durch Körpergewicht) auf einen mit Knorpel überzogenen Knochen, wird kein Schmerz ausgelöst, bei Druck auf einen ungeschützten Knochen senden die Nervenzellen Schmerzsignale - das Gelenk tut weh!

Durch die Unebenheiten an den beschädigten Gelenkflächen kommt es zu mehr Reibung, dadurch entsteht häufig ein Reizzustand im Gelenk mit Schwellung, Gelenkergüssen und Bewegungseinschränkung. Bei völligem Abbau des Gelenkspaltes kommt es zu Deformierungen der Knochen und zu einer völligen Einsteifung des Gelenkes - hier kann nur noch eine operative Versorgung mit einem künstlichen Gelenk (Totalendoprothese Knie/Hüfte etc.) helfen.

Entzündliche Gelenkerkrankungen - Arthritis

Die häufigste Erkrankung dieser Gruppe ist die chronische Polyarthritis = rheumatoide Arthritis. Sie beginnt oft zwischen dem 30. und 50. Lebensjahr. Frauen sind dreimal häufiger betroffen als Männer. Der Auslöser der rheumatoiden Arthritis ist nicht bekannt.Wahrscheinlich führt ein gestörtes Immunsystem zur Erkrankung . Bekannt ist, dass oft eine erbliche Belastung eine Rolle spielt.

Bei der rheumatoiden Arthritis treten immer wieder akute Schübe auf - hierbei werden über die Blutbahnen Entzündungszellen zum Gelenk transportiert, wobei die gelenknahen Blutgefäße poröser werden. So gelangen Flüssigkeiten und Entzündungszellen in die Gelenkhöhle und die Gelenkinnenhaut wird verdickt. Das Gelenk schwillt an und ist überwärmt - es kommt zu einer deutlichen Bewegungseinschränkung. Durch häufig auftretende Entzündungsschübe mit Schwellung und Bewegungseinschränkung führen zu einem schnellerem Verschleiß der Knorpelschutzschicht der betroffenen Gelenke und schließlich zu einem Aufbrauchen des Gelenksspaltes mit nachfolgenden Deformierungen der gelenkbeteiligten Knochen und dadurch bedingter Einsteifung der Gelenke. Bei der rheumatoiden Arthritis sind bevorzugterweise Finger-, Zehen-, Kniegelenke betroffen, seltener Hüftgelenke oder Wirbelsäule. Auch Binde- und Stützgewebe können befallen werden.

Traumatische Gelenkerkrankungen

Bei Unfällen mit Gelenkbeteiligung kommt es häufig zu Knochenbrüchen, Bänderrissen, Kapselläsionen sowie Knorpelverletzungen oder Meniskuseinrissen beim Knie.

Nach solchen Traumen bleiben oft unfallbedingte Schäden (= posttraumatische Schäden) durch eine falsche Statik nach Knochenbrüchen (Fehlstellung an der Bruchstelle), Instabilität von Gelenken nach Bandverletzungen und dadurch mehr Abrieb von Knorpelschutzschicht. Somit kommt es zu mehr Verschleiß - einer posttraumatischen Arthrose.

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